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JOHANNES SPEDER

GEBOREN 1965 IN BONN

STUDIERTE AB 1989 BILDHAUEREI AN DER HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE KUNST IN WIEN BEI PROFESSOR ALFRED HRDLICKA, Meisterschüler

VON 1994 BIS 1998 STUDIUM AN DER AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE IN WIEN BEI MICHELANGELO PISTOLETTO, ABSCHLUß MAG. ARTIUM.

LEBT UND ARBEITET  IN HAMBURG

AUSGEWÄHLTE AUSSTELLUNGEN:
1994:   ‚SMIRNI TOLERANTI’, BRATISLAVA
1994:   ‚FIGUR’, BAWAG FOUNDATION, WIEN
1994:   ‚SAMMLUNG FREIRAUM’, FORCHTENSTEIN
1995:   ‚FEAR’, LANDESGALERIE EISENSTADT
1995:   ‚TRADITION UND VERWEIGERUNG’, KUNSTHALLE KREMS
1996:   ‚PROGETTO ARTE’,  MARSTALL, MÜNCHEN
1997:   ‚TAKE YOUR FAVOURITE’, GALERIE PETER BORCHARDT, HAMBURG
1998:   ‚DER MENSCH’, KUNSTVEREIN PLÖN
1999:   ‚PORTRAIT’, KUNSTVEREIN PLÖN
1999:   ‚PHASE I’, KUNSTVEREIN ROTENBURG
2000:   ‚ME, ME, ME’, GALERIE PETER BORCHARDT, HAMBURG
2002:   ‚SELFREFILLING PROPHECY’, DÜSSELDORF
2004:   PROJEKT KLOSTERSTERN, ARCHITEKTURSOMMER HAMBURG
2006:   ‚EXTENSION TURN’, AUSTRIAN CULTUR FORUM, TOKYO
2007:   ‚MOUNTAIN’, EAST LINK GALLERY, SHANGHAI
2008:   GLASHÜTTE PROJEKT, ATRIUM GLASHÜTTE
2012:   “IN ABWESENHEIT“ GALERIE BORCHARDT, HAMBURG

Manipulation und Mutation
Verschiedene Formen menschlicher Missbildungen finden sich in Johannes Speders „Arme Sau“-Gruppe: Die überlebensgroßen Brustfiguren sind von Hautwucherungen übersät oder gleich Brust-an-Brust zusammengewachsen und rufen Assoziationen an Zombiefilme oder David Lynchs „Der Elefantenmensch“ wach. Doch der Künstler sieht in erster Linie die Mutation und nicht die Deformation. Für ihn liegt die Faszination in der Besonderheit der Figuren, die Missbildung wird ihm zum letzten möglichen Ausdruck von Individualität, die Abweichung zum Widerstand gegen die Uniformierung der Körper. Besonders und deshalb individuell sind auch die Mischwesen, die Johannes Speder erfindet. Er verbindet menschliche Körper mit Pflanzenteilen und Früchten, mit alltäglichen Gegenständen, er baut Maschinen-Menschen und Menschen-Maschinen, er setzt einen Mickeymaus-Kopf auf einen Körper, der britischen Nippes-Figuren nachempfunden ist. Diese Kunst-Wolpertinger erzählen von der Sehnsucht, den Körperbegriff zu erweitern, Metamorphosen zu schaffen, die für die Herausforderungen der Zukunft unter Umständen besser geeignet wären. Und so wundert es nicht, dass sich Speder für Epigenetik interessiert, also für eine Wissenschaftsdisziplin, die erforscht, inwieweit der Lebensstil eines Menschen Einfluss hat auf seinen genetischen Code, bzw. inwieweit Gene „an- und ausgeschaltet“ werden können und das über Generationen hinweg. Manipulationen – biologische, psychologische, soziale – erscheinen als zentrales Thema des Künstlers. In seiner „Organics“ - Serie benutzt Speder zwei leicht unterschiedliche, an Alberto Giacometti erinnernde Körpertypen, die ihm als „Trägermatrix“ dienen: Dort, wo sich der Kopf befinden müsste, sitzt der Abguss einer echten Frucht, eines Pilzes, eines Blattes. Surrealistische memento mori zum einen, die den Betrachter an die Vergänglichkeit des Körpers gemahnen, der nach dem Tod nichts weiter sein wird als Nährboden für andere Lebensformen. Spielerische Assoziations-Generatoren zum anderen – die Skulptur, die anstelle eines Kopfes eine große Nuss trägt, heißt „Der Schrei“. Und in der Tat könnte man in der Öffnung der Nuss die Mundöffnung der Figur auf Edvard Munchs berühmtem Gemälde erkennen. Zwei weitere Skulpturen aus dieser Serie sind nach den Entdeckern Alexander von Humboldt und Aimé Bonplant benannt: Das, womit sich diese beiden Persönlichkeiten Zeit ihres Lebens beschäftigt haben – die Erforschung der Natur – ist ihnen gleichsam „zu Kopfe gestiegen“ und organischer Bestandteil ihrer Physiognomie geworden. Epigenetik, auf die Spitze getrieben. (Dagrun Hintze)
 
 
 
 
Anlässlich der Ausstellung ist ein Katalog erschienen!
 
Ausstellung
07.06. - 12.07.2014
 
 
Öffnungszeiten:
Mo/Di/Do/Fr
10.00 - 12.30 Uhr
15.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch
10.00 - 12.30 Uhr
Samstag
11.00 - 14.00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung!
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